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16.09.2013

vor Bolivien

Liebe viejos,
wieder einmal fühle ich unter meinen Fersen die Rippen Rosinantes. Ich kehre auf den Weg zurück, meinen Schild unter dem Arm... Im wesentlichen hat sich nichts geändert, außer daß ich viel bewußter bin, daß mein Marxismus tiefer verwurzelt und reiner ist. Ich glaube an den bewaffneten Kampf als einzige Lösung für die Völker, die um ihre Freiheit kämpfen, und ich bin konsequent in meinen Überzeugungen. Viele werden mich einen Abenteurer nennen und ich auch einer; nur von einem anderen Typ, einer von denen, die ihre Haut hinhalten, um ihre Wahrheit zu beweisen. Mag sein, daß dies mein letzter Brief ist. Nicht daß ich mir das wünsche, aber es erscheint als logische Konsequenz. Wenn es so ist, umarme ich Euch ein letztes Mal. 
Ich habe Euch immer sehr geliebt, nur habe ich nicht gewußt, wie ich meine Liebe zeigen sollte. Ich bin äußerst kompromißlos in meinen Handlungen, und ich glaube, daß ihr mich manchmal nicht verstanden habt. Aber es war auch nicht leicht, mich zu verstehen... Nun wird der starke Wille, den ich mit dem Vergnügen eines Künstlers geschliffen habe, meine schwachen Beine und meine müden Lungen weitertragen. 
Ich werde es schaffen.
Denkt bisweilen an diesen kleinen condottiere des zwanzigsten Jahrhunderts... Eine große Umarmung von einem verlorenen, in Euren Augen so widerspenstigen Sohn.

Ernesto

Für Aleida hinterließ er ein Tonband, auf das er seine liebsten Liebesgedichte gesprochen hatte, darunter auch mehrere von Neruda. Und in einem Brief an seine fünf Kinder, der ihnen erst nach seinem Tod vorgelesen sollte, schrieb er:

Solltet ihr einmal diese Brief lesen müssen, dann deshalb, weil ich nicht mehr unter Euch bin. Ihr werdet Euch kaum noch an mich erinnern und die Kleinen werden sich gar nicht erinnern.
Euer Vater war ein Mann, der so handelte, wie er dachte und gewiß einer, der seinen Überzeugungen treu geblieben ist. Werdet gute Revolutionäre. Lernt viel, um die Technik zu beherrschen, die es erlaubt, Natur zu beherrschen. Denkt immer daran, daß die Revolution das ist, was zählt, und daß jeder von uns allein nichts wert ist.
Seid immer fähig, bis ins tiefste jede Ungerechtigkeit zu empfinden, die irgendwo auf der Welt irgend jemandem angetan wird. Das ist die schönste Eigenschaft eines Revolutionärs. Auf immer, Kinderchen. Ich hoffe noch Euch wiederzusehen. 
Einen dicken Kuß und eine Umarmung von Papa

Ernesto "Che" Guevara

10.08.2013

Unverandert

Sonnenaufgang.
Die Zeit in der ich zu schlafen pflegte, bevor ich dich kannte, legt schon am frühen morgen einen trüben Schimmer über meinen Tag. Wenn ich traurig bin, denke ich an dich, wie wenn man im Winter an die Sonne denkt und wenn ich fröhlich bin, denke ich an dich, wie wenn man in der prallen Sonne an Schatten denkt. Immernoch bleibt mein Blick aus dem Fenster stehen und stagniert auf einen Punkt. Dann sehe ich sie auf einer Bank liegen, ihren Kopf auf meinem Schoß, im Hintergrund ein großes Haifischbecken, wir die einzigen Besucher im Terrarium und eine unbändige Stille zwischen uns, als ich eine Haarsträhne aus deinem Gesicht fische.
Nach dieser Ruhe sehne ich mich. Oft redeten wir Zeiten nicht miteinander, die ich mehr als genoß. Wann kann man schon miteinander still sein. Manchmal bin ich verhältnismäßig ruhig, aber ich weiß, wenn sie nicht da ist, enthält auch diese Ruhe noch Gift, das stetig an meinem Herz nagt. 
Oft denke ich an dich, was würde sie dazu sagen, unterdrückt sie ein lächeln oder was sagt sie mienenlos. Dies will ich ihr zeigen und wenn ich das tue, soll sie da sein. Überhaupt sollst du überall dabei sein. Es ist nicht so, dass ich etwas kluges erwarte oder vielleicht wäre es gar nicht deine Sache, aber sie gehört dazu. Und wenn sie es nicht miterlebt, dann bleibt es halbherzig. In mir steckt eine unruhige Energie, die sich ausbreiten will zu Ideen, aber sie sehnen sich nach der Muse. Da wo du nicht bist, stehen nur Gedanken umher, wie diese. Schweigend harre ich aus und möchte durch Bitten nicht beunruhigen, denn meine Muse beglückt mich nur freiwillig.
Auch dieser Brief spricht nur das halbe, aber ich habe herausgefunden warum ich das tue. Oft mal ich dich in Gedanken aus, denn es ist so selten, dass eine Frau beides ist - eine Geliebte und eine Gefährtin. Die Geliebten können keinen Kaffee kochen und die Gefährten vernachlässigen dich, wenn sie zum ersten mal dein Bett beziehen und da bin ich sehr froh, dich gefunden zu haben, die beides ist: eine liebe Gefährtin am Tag und - das andere. Jedenfalls der Grund, dass ich schreibe, ist unser Leben zu erzählen, wie es hätte sein können.

Mit einem unendlich langen Kuss in die Beuge zwischen Ober- und Unterarm, wo es ganz weich und warm ist -
Talen

PS:  Ich würde noch heute meinen Anteil am Paradies für weitere sieben wolkenlose Monate mit dir hergeben

19.03.2013

Warum Sozialismus?

Die Produktion ist für den Profit da - nicht für den Bedarf. Es gibt keine Vorsorge dafür, daß all jene, die fähig und bereit sind, zu arbeiten, immer Arbeit finden können. Es gibt fast immer ein "Heer von Arbeitslosen". Der Arbeiter lebt dauernd in der Angst, seinen Job zu verlieren. Da arbeitslose und schlecht bezahlte Arbeiter keinen profitablen Markt darstellen, ist die Warenproduktion beschränkt und große Not ist die Folge. Technologischer Fortschritt führt häufig zu mehr Arbeitslosigkeit statt zu einem Milderung der Last der Arbeit für alle. Das Gewinnmotiv ist in Verbindung mit der Konkurrenz zwischen den Kapitalisten für Instabilität in der Akkumulation und Verwendung des Kapitals verantwortlich und dies bedeutet zunehmende Depressionen. Unbegrenzte Konkurrenz führt zu einer riesigen Verschwendung von Arbeit und zu dieser Lähmung des sozialen Bewußtseins von Individuen, die ich zuvor erwähnt habe.


Diese Lähmung der Einzelnen halte ich für das größte Übel des Kapitalismus. Unser ganzes Bildungssystem leidet darunter. Dem Studenten wird ein übertriebenes Konkurrenzstreben eingetrichtert und er wird dazu ausgebildet, raffgierigen Erfolg als Vorbereitung für seine zukünftige Karriere anzusehen.

Ich bin davon überzeugt, daß es nur einen Weg gibt, dieses Übel loszuwerden, nämlich den, ein sozialistisches Wirtschaftssystem zu etablieren, begleitet von einem Bildungssystem, das sich an sozialen Zielsetzungen orientiert. In solch einer Wirtschaft gehören die Produktionsmittel der Gesellschaft selbst und ihr Gebrauch wird geplant. Eine Planwirtschaft, die die Produktion auf den Bedarf der Gemeinschaft einstellt, würde die durchzuführende Arbeit unter all denjenigen verteilen, die in der Lage sind zu arbeiten und sie würde jedem Mann, jeder Frau und jedem Kind einen Lebensunterhalt garantieren. Die Bildung hätte zum Ziel, daß die Individuen zusätzlich zur Förderung ihrer eigenen angeborenen Fähigkeiten einen Verantwortungssinn für die Mitmenschen entwickeln anstelle der Verherrlichung von Macht und Erfolg in unserer gegenwärtigen Gesellschaft.

"Warum Sozialismus?" (1949) von Albert Einstein

13.03.2013

Liebesbriefwechsel

Liebste xxx,

meine freudige Erwartung, als ich bemerkte, dass eine Nachricht von ihnen für mich vorliegt, wich sogleich tiefer Bestürzung, als mir bewusst wurde, dass ihr Gemüt aufgrund meiner fortwährenden Abwesenheit negativ erregt zu sein schien. Ich möchte mein ehrliches Bedauern hierfür zum Ausdruck bringen und kann mich nur in sofern dafür Entschuldigen, indem ich ihnen die möglicherweise unbefriedigende Mitteilung machen muss, dass sich meine Nächte, dringlicher Geschäfte wegen, zur Zeit sehr verkürzen, was, wie sie in ihrer Nachricht so scharfsinnig bemerkten, auch mit der Tatsache zusammenhängt, dass es mit meiner Intelligenz nicht weiter hergeholt ist, als es mein Aussehen vermuten lässt. Um so mehr rührte es mein Herz und erfüllte es mich mit Stolz, dass sie meiner nicht Überdrüssig zu sein scheinen und mit soviel Nachsicht über meine Fehlfunktionen hinwegsehen. Im Weiteren seien sie sich gewiss, dass meine Empfindungen ihrer Person gegenüber noch so tief sind, dass ich ihre Verabschiedung als ihren sanften spott über meine eigenen Gefühle für sie empfinden musste, ohne jedoch ernsthaft gekränkt, sondern eher sehnsüchtig berührt zu sein. Glauben sie mir, wenn ich ihnen schreibe, dass meine Gedanken, nicht nur in nächtlichen Stunden, oft um sie und ihre Geschicke kreisen. Darum hoffe ich, dass sich in naher Zukunft die Gelegenheit ergibt, zumindest insofern übereinkommen zu können, dass wir unser gegenseitiges Interesse füreinander, bei einem Aufeinandertreffen an dieser Stelle, so weit wie möglich zu Stillen in der Lage sind. Bis dahin verweile ich schweren Herzens in dem Bewusstsein ihrer, zumindest temporären, Sehnsucht, für die ich mich unentschuldbar verantwortlich fühlen muss und baue sodenn, damit es mich nicht zu sehr betrübt, auf ihr sonstiges Wohlbefinden.


Liebste xxx, ich freue mich auf sie.

20.02.2011

Kust Cobains suicide note

To Boddah

Speaking from the tongue of an experienced simpleton who obviously would rather be an emasculated, infantile complain-ee. This note should be pretty easy to understand.

All the warnings from the punk rock 101 courses over the years, since my first introduction to the, shall we say, ethics involved with independence and the embracement of your community has proven to be very true. I haven't felt the excitement of listening to as well as creating music along with reading and writing for too many years now. I feel guity beyond words about these things.

For example when we're back stage and the lights go out and the manic roar of the crowds begins., it doesn't affect me the way in which it did for Freddie Mercury, who seemed to love, relish in the the love and adoration from the crowd which is something I totally admire and envy. The fact is, I can't fool you, any one of you. It simply isn't fair to you or me. The worst crime I can think of would be to rip people off by faking it and pretending as if I'm having 100% fun. Sometimes I feel as if I should have a punch-in time clock before I walk out on stage. I've tried everything within my power to appreciate it (and I do,God, believe me I do, but it's not enough). I appreciate the fact that I and we have affected and entertained a lot of people. It must be one of those narcissists who only appreciate things when they're gone. I'm too sensitive. I need to be slightly numb in order to regain the enthusiasms I once had as a child.

On our last 3 tours, I've had a much better appreciation for all the people I've known personally, and as fans of our music, but I still can't get over the frustration, the guilt and empathy I have for everyone. There's good in all of us and I think I simply love people too much, so much that it makes me feel too fucking sad. The sad little, sensitive, unappreciative, Pisces, Jesus man. Why don't you just enjoy it? I don't know!

I have a goddess of a wife who sweats ambition and empathy and a daughter who reminds me too much of what i used to be, full of love and joy, kissing every person she meets because everyone is good and will do her no harm. And that terrifies me to the point to where I can barely function. I can't stand the thought of Frances becoming the miserable, self-destructive, death rocker that I've become.

I have it good, very good, and I'm grateful, but since the age of seven, I've become hateful towards all humans in general. Only because it seems so easy for people to get along that have empathy. Only because I love and feel sorry for people too much I guess.

Thank you all from the pit of my burning, nauseous stomach for your letters and concern during the past years. I'm too much of an erratic, moody baby! I don't have the passion anymore, and so remember, it's better to burn out than to fade away.

Peace, love, empathy.
Kurt Cobain

Frances and Courtney, I'll be at your alter.
Please keep going Courtney, for Frances.
For her life, which will be so much happier without me.
I LOVE YOU, I LOVE YOU!

27.04.2009

Briefe an Vera 1 - 23

1

Liebe Vera

Das Licht hier ist so sonderbar. Man erkennt die Menschen, die sich um einen 'rum bewegen, kaum. Es ist nicht zu dunkel, es blendet auch nicht, nur die Schatten liegen irgendwie falsch. Du solltest vorbeikommen und es dir ansehen. Es würde dich sicherlich amüsieren. Du lachst ja so gerne über unverständliche Dinge. Ich lache neuerdings auch wieder, aber nicht zu laut, um die Geier, die ich mir halte, nicht zu erschrecken. Sie schlafen immer, wenn ich nach ihnen schaue und ihnen die verwesenden Tiere - Katzen und Hunde meistens - bringe, die ich während meiner nächtlichen Autofahrten erlege. Kannst du dich noch an diese Fahrten erinnern? Wir waren oft zusammen und betrachteten die Kaninchen, die wie versteinert auf der Straße standen und in unsere Scheinwerfer blickten. Und du wurdest dabei immer ganz feucht. Vor allem, wenn ich sie erwischte.

Mir fehlt dein Lachen

Beckmann


2

Liebe Vera

Es schmerzt mich, an dich zu denken, doch ich denke zur Zeit fast nur noch an dich. Ich versuche, mich mit Erinnerungen wach zu halten, am Leben zu bleiben. Doch es gibt mittlerweile nicht mehr allzuviel, an das ich mich erinnere, ich habe sie alle ausgesaugt - die Erinnerungen. Ich sehne mich nach einer neuen Erfahrung, an die ich mich dann erinnern kann. Ich hoffe, wir treffen uns noch dieses Jahr.

In Sehnsucht

Beckmann


3

Liebe Vera

Nun sind sie aufgebraucht, die Erinnerungen. Du verschwimmst immer mehr zu einem Gespenst, ich weiß nur noch, daß es diese eine Nacht gab. Wo trafen wir uns? Ich glaube, daß es da eine Bautänzerin gab, aber ich möchte es nicht beschwören. Du bist inzwischen fast nur noch ein Name.

Ich möchte deine Hände sehen.

Ich frage mich, wann ich wohl deinen Namen vergessen werde. Weißt du eigentlich noch, wer ich bin?

Manchmal frage ich mich, ob du nicht das Mädchen warst, mit dem ich mich neulich so gut unterhalten habe, und ich habe dich nur nicht erkannt. Oder die, die mir in der Trambahn gegenüber saß. Sie hatte so tiefblaue traurige Augen, daß ich einen Moment daran dachte, ihr das alte Messer in die Brust zu rammen. Ich habe dir - glaub ich - von ihm erzählt - von dem Messer. Es ist ein Erbstück, daß ich von meinem Großvater bekommen habe, und auf der Klinge sind unverständliche Runen eingeritzt. Ich habe nie versucht, sie zu entschlüsseln, vielleicht ist es ja nur ein Kochrezept, aber mit diesem Messer schneide ich mir immer die Narben in den Körper, die du so bewundert hast.

Hast du?

Beckmann


4

Liebe Vera

Langsam kehren Bilder aus unserer Vergangenheit zurück. Als du für mich die Wildsau geschlachtet hast und wir das Blut getrunken haben. Ich habe es dir in den Ausschnitt geschüttet, und unter deinem vormals weißen T-Shirt traten deine Brüste rot hervor. Du hast gelacht. Ich fand es immer so schön, daß du lachtest, wenn ich etwas tat. Das war wie eine Bestätigung.

Dafür geht mir jetzt mein Zeitgefühl verloren. Nach der Tatkräftigkeit meiner Lunge zu schlissen dürfte ich etwa 6o Jahre alt sein, doch ich habe nicht viel Bartwuchs. Ich könnte nicht verbindlich sagen, ob ich volljährig bin, aber ich möchte auch keinen Kinderfahrschein lösen. Ich habe versucht, mich an Zahlen auf meinen Geburtstagstorten zu erinnern, und da war eine fünf - es könnten aber auch zwei gewesen sein.

Wie lange ist es her, daß wir uns zuletzt sahen? Vielleicht kannst du mir diese Frage beantworten. Schreib mir doch mal, ja?

Beckmann


5

Liebe Vera

Ich glaube, ich verlasse dich jetzt. Das klingt vielleicht komisch, da wir ja eigentlich nie zusammen waren. Ich weiß auch nur andeutungsweise, wie du unterhalb deines Kragens aussiehst, ich weiß von dir nur, was du mir geschrieben hast, und, daß wir uns irgendwann einmal gesehen haben. Bist du eigentlich blond?

Beckmann


6

Liebe Vera

Wie ist es dir ergangen, seit wir uns getrennt haben? Ich habe einen alten Brief gefunden, von dir, doch er war unverständlich. Ich konnte den Worten keinen Sinn mehr entnehmen, aber sie über auf mich immer noch eine Magie, eine Faszination aus. Ich würde dich gerne einmal wiedersehen, nur so, um über alte Zeiten zu reden.

Ich bin wieder in das alte Verhaltensmuster zurückgefallen und töte die Mädchen, mit denen ich schlafe meistens - danach. Meine Sammlung ist jetzt einiges größer geworden, willst du sie nicht wieder einmal sehen? Früher fandest du sie immer so toll.

Hast du zur Zeit einen Freund? Ich würde ihn gerne mal kennenlernen. Bring ihn doch mal mit.

Ich vermisse unsere Zeit

Beckmann


7

Liebe Vera

Abends, nachdem ich aufgestanden bin, steige ich immer in die Kanalisation hinab und jage Ratten durch die Rohre, die wie verrückt quieken. Wenn ich eine erwischt habe, beiße ich ihr immer den Kopf ab. Ich esse ihn nicht. Das erinnert mich an dich.

Ich hoffe, es geht dir gut

Beckmann


8

Liebe Vera

Ich denke in letzter Zeit immer seltener an dich, das macht mich traurig, aber wir haben uns so lange nicht mehr gesehen. Ich war auch lange nicht mehr zu hause, suche nach neuem, unerlebtem.

Seit einiger Zeit versuche ich, mich täglich umzubringen. Es hat noch nicht geklappt, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Vielleicht schaffe ich es ja doch noch, vielleicht ist dies mein letzter Brief an dich. Du sollst aber wissen, daß ich dich immer geliebt habe. Ich wünsche dir noch ein schönes Leben.

Ich vermisse dich

Beckmann


9

Liebe Vera

Ich glaube, ich schaffe es doch nicht.

Bitte komm zurück

Beckmann


10

Liebe Vera

Sie haben mich erwischt, wie ich gerade einem toten Mädchen die Brüste abtrennte. Ich wollte wieder einmal etwas essen. Ich esse wenig.

Jetzt haben sie mich in ein Heim gesteckt, ich bekomme dreimal am Tag Nahrung, einmal warm. Der Kaffee ist schlecht und die Wärter schrecklich unsensibel. Es gibt keine Frauen, das wäre zu gefährlich. Der Typ, der mit mir im Zimmer ist, ein glatzköpfiger ausgemergelter Greis, hat seinen drei Töchtern tote Eulen in die Vagina gesteckt. Das amüsiert mich, ich habe ich gefragt, warum er sie nicht gegessen hat - Eulen und Töchter. Die anderen sprechen nicht viel, und schreiben können die meisten nicht mehr.

Hier versucht jeder, sich umzubringen, darum ist es mir jetzt zu langweilig geworden. Ich habe jetzt eine neue Herausforderung: Überleben. Ich merke, wie mich die Drogen verändern.

Trotzdem habe ich dich nie vergessen

Beckmann


11

Liebe Vera

gestern war ich bei unserem Psychologen. Er ist ein kleiner dicker Mitsechziger mit schrecklich weißer Haut und feuchten Händen. Ständig kaut er auf irgendwas herum. Ich habe ihm das gesagt und er hat mir einen Spielgel vorgehalten. Ich sah ihm sehr ähnlich. Er sagte mir, daß ich im Schlaf von dir gesprochen hätte, und daß ich nur gesund werden kann, wenn ich dich vergesse. Ich habe doch noch nie im Schlaf gesprochen. Ich habe ihm gesagt, daß du der einzige Grund bist, warum ich überhaupt hier raus will. Er meinte, du bist nur Einbildung. Ich wußte gar nicht, daß ich so schöne Phantasien habe.

Das erheitert mich

Dein

Beckmann


12

Liebe Vera

ich weiß, es ist noch nicht lange her, daß ich dir geschrieben habe, doch ich muß dir sagen, daß sie meine Post kontrollieren, denn sie haben mit mir über meinen letzten Brief an dich gesprochen. Ich schreibe dir jetzt also nicht mehr, und versuche, dich zu vergessen, ich möchte hier heraus. Ich werde diese Briefe vermissen.

Ich liebe dich

Beckmann


13

Liebe Vera

Es ist lange her, daß ich geschrieben habe, aber ich weiß nicht, wie lange, dazu müßte ich wissen, wie lange ich in diesem Heim war. Sie haben mich jetzt entlassen und mir gesagt, daß ich jetzt gesund sei. Sie haben mir nie gesagt, was eigentlich meine Krankheit war, und als ich den Arzt das fragte, sagte er nur:

A: War ich krank? Bin ich genesen?

Und wer ist mein Arzt gewesen?

Wie vergaß ich alles das?

B: Erst jetzt weiß ich dich genesen,

Denn gesund ist, wer vergaß.

Er sagte, das sein von Nietzsche, ich sagte, daß sein Scheiße, er lachte und sagte, viel Glück im neuen Leben.

Ich möchte dich jetzt endlich wiedersehen, ich habe so lange gewartet. Leider sind meine Geier inzwischen gestorben, aber wir könnten uns ja unter den Trauerweiden bei dem kleinen See treffen, wo unsere Kinder ertrunken sind. Auch dort war ich lange nicht mehr.

Meine Liebe ist ungebrochen

Dein

Beckmann


14

Liebe Vera

Ich glaube, du hast mich vergessen, ich verstehe das nicht.

Machs gut, vielleicht schaffe ich es auch alleine.

Beckmann


15

Liebe Vera

Ich muß mich wohl daran gewöhnen, von dir keine Antworten mehr zu erhalten, aber ich schreibe dir trotzdem. Es ist nicht leicht, im neuen Leben Fuß zu fassen, und ich brauche diese Aussprachen einfach. Es hilft mir, meine Gedanken zu ordnen und zu verarbeiten, was ich tue. Ich habe mir einen Bungalow am Stadtrand gemietet und halte mir ein Rudel Wölfe in einem Zwinger, der den gesamten Garten einnimmt. Ab und an finde ich ein spielendes Kind und werfe es hinein, und dann setze ich mich an mein Fenster, zünde mir eine Pfeife an und schaue zu. Meistens dauert es nicht lange, denn sonst bekommen sie nichts zu essen. Manchmal zerfleischen sie sich auch gegenseitig - im Kampf um das Futter. Nachts kann ich wegen dem Bellen nicht schlafen. Nachbarn habe ich keine.

Das nächste Kind werde ich dir widmen

Dein

Beckmann


16

Liebe Vera

Neulich kam ein alter Mann vorbei und frage mich, ob ich nachts auch immer den Mond anschaue. Er sagte mir, daß im Mond die Zukunft geschrieben steht und man nur hinaufblicken muß - die ganze Nacht - und man kann sie lesen. Ich erstach ihn und warf ihn in den Zwinger. Die Wölfe rührten ihn nicht an. In der Nach schaute ich dann zum Mond und sah sein Gesicht. Ist das die Zukunft?

Dein

Beckmann

p.s.: Der Alte sah genauso aus wie der, der bei mir im Zimmer war, damals.


17

Liebe Vera

Es ist traurig, aber mein Augenlicht wird immer schlechter. Ich habe erst gestern wieder ein Päckchen Nudelsuppe mit einem Päckchen Reis verwechselt. Die Suppe war ungenießbar, doch ich brauche nicht viel zu essen. Ich muß in den letzten drei Wochen ungefähr 8 Kilo abgenommen haben, doch noch bin ich kräftig genug, um die drei Treppen zu meiner Wohnung hinaufzusteigen. Du kennst doch meine Wohnung? Diese netten drei Zimmer in der Altstadt, deren Fenster auf eine Einkaufsstraße zeigen. Früher saß ich da immer und blickte den jungen Pärchen nach, die zwischen Fast-Food-Lockalen, Schmuckgeschäften und Mode Boutiquen hin und her gingen, die Arme ineinander gehakt, ihr grünen Augen glitzernd von den goldenen Ohrringen in der Auslage, sein ständig besorgter Griff zum Portemonnaie, und seine vom Zigarettenrauch schon leicht gelblichen Zähne, die sie glücklich anlächelten, wenn sie an ihm auf und ab hüpfte, weil sie eine wunderschöne Brosche entdeckt hatte. Mit meinen Zähnen kann schon lange keiner mehr mithalten. Die drei Päckchen Filterlose, die ich am Tag rauche, werden mir von der Tochter des Zigarettenhändlers um die Ecke jeden Tag in die Wohnung gebracht, doch sie läutet nur, die kleine zehnjährige, und gibt sie mir an der Tür. Sie kommt nie herein. Schade.

Du solltest sie dir mal anschauen.

Beckmann


18

Liebe Vera

Meine Augen müssen ein bißchen besser geworden sein, denn ich kann mich ab und zu Morgens im Spiegel erkennen. Das, was ich sehe, erinnert mich immer mehr an den alten Mann, der damals in unserer Straße lebte, als ich noch jung war. Der, der nachts immer mit seiner Flinte rausging, um auf nächtlich herumlungernde Juden zu schießen. Ab und zu traf er auch welche. Er tat das so lange, bis die Juden ihn dann in seiner Wohnung aufhängten.

Sie liesen ihn hängen und niemand vermißte ihn. Nur ich habe jeden Tag zu ihm reingeschaut und beobachtet, wie die Verwesung langsam voranschritt. Ich sehe jetzt ungefähr so aus, wie er, nachdem er drei Wochen lang hing.

Schreib mir, dann schick ich dir ein Photo

Beckmann


19

Liebe Vera

Ich kann zwar nicht mehr viel erkennen, doch ich bin jetzt wieder dazu übergegangen, am Fenster zu sitzen und in die Straße hinunter zu blicken. Wie durch ein Wunder kann ich ausgezeichnet hören, und so lausche ich den Klängen des Lebens: Lachen und Schreien. Ich verhalte mich so wie so den ganzen Tag leise, damit ich höre, wenn eine meiner Mausefallen zuschnappt. Diese Mäuse sind eigentlich das einzige, was ich esse, denn mein Geld geht für Schnaps und Zigaretten drauf. Sie sind wohlgenährt, und so bin ich es auch. Wenn es zuschnappt, denn muß ich immer an allen Plätzen nachschauen, denn ich sehe jetzt wieder so schlechte, daß ich nur fühlen kann, ob eine Maus in der Falle ist. Ich hab mir dabei schon oft die Finger eingezwickt, aber das ist nicht so schlimm.

Komm doch mal vorbei

Beckmann


20

Liebe Vera

Seit gestern beobachte ich Nebelschwaben, die aus meinen Abflüssen in der Toilette und der Küche kriechen. Anfangs habe ich sie nicht beachtet, doch jetzt habe ich Angst, die Fenster zu öffnen, denn es hat sich mittlerweile so viel Nebel angesammelt, daß Passanten wohl die Feuerwehr rufen würden, wenn sie ihn aus meinen Fenstern quillen sehen würden. So viel macht es mir aber auch nicht aus, denn ich sehe ja sowieso nicht so gut, und riechen tut er nicht.

Neulich gab es einen Stromausfall und meine Küchenuhr, die mit den roten Leuchtziffern, die einzige, die ich habe, ist ausgefallen, und ich kann sie nicht mehr stellen, jetzt weiß ich überhaupt nicht mehr, wie spät es ist.

Na ja, was ist schon die Zeit, wenn man auf dich wartet?

Beckmann


21

Liebe Vera

Heute ist mir eingefallen, daß es ja sein könnte, daß du mir geschrieben hast und der Brief schon lange in meinem Briefkasten liegt, also bin ich hinuntergegangen und habe nachgeschaut, doch es war keiner da. Das hat mich traurig gemacht. Weil ich schon mal unten war, bin ich gegenüber in ein Café gegangen. Ich habe eine Espresso getrunken, hab fast vergessen, wie so etwas schmeckt. Bei dem Sonnenlicht konnte ich auch wieder etwas besser sehen. Ich denke, daß ich meine Wohnung jetzt doch einmal durchlüften werde, vielleicht finde ich meine Fallen leichter. Die Bedienung hat mich an mein Bild von dir in meiner Erinnerung erinnert. Eine zarte Frau von unschuldiger Schönheit aber mit einem sündhaften Lächeln. Ich wüßte gerne, wie du wirklich aussiehst, oder zumindest, wie du damals ausgesehen hast.

Ich liebe Dich

Beckmann


22

Liebe Vera

Ich habe mein altes Röhrenradio wieder hervorgeholt und war erfreut, zu bemerken, daß es noch funktioniert. Du kannst dich doch sicherlich noch an diese Geräte erinnern, wenn man sie einschaltet, dann dauert er ersteinmal fünf Minuten, bis sie warm geworden sind, und dann kommt Musik. Ich habe einen Klassiksender gefunden, und auch einen mit moderner Musik, doch meistens stelle ich einen Sender ein, der fast nur Worte bringt. Ich habe ja nicht all zu oft Gelegenheit, Menschen beim Sprechen zuzuhören. Jetzt sitze ich oft Stundenlang vor diesem leicht leuchtenden Apparat und blicke in die Ferne hinter meiner schmutzig-grauen Wohnzimmerwand. Was die Stimmen sagen, verstehe ich nicht, doch es ist angenehm, einfach nur den Klang zu hören. Wenn ich dann zu Bett gehe, meistens graut schon der Morgen, denn schwirren mir Erinnerungen an Worte, die ich einst gekannt habe, im Kopf herum und das im Radio gehörte gewinnt an Bedeutung, doch meist wache ich dann schweißgebadet auf, habe nur kurz geschlafen, vielleicht eine Stunde, und habe sofort alles wieder vergessen. Doch der trocken-ascherne Nachgeschmack auf der Zunge bleibt, und das Wissen, daß es etwas gab, was ich wußte, und das es nicht mehr gibt. Dann setze ich mich wieder vor meine schmutzig-graue Wohnzimmerwand und schalte das Radio ein.

Kannst Du Dich an etwas erinnern?

Beckmann


23

Liebe Vera

Ich merke langsam, daß es mit mir zu Ende geht, ich werde nicht schwächer, doch meine Zeit ist nah, daran besteht kein Zweifel. Ich bin nur froh, daß ich hier auf meinen Tod warten kann, nicht in irgendeiner Anstalt, in der man nicht einmal in Frieden sterben darf. Bitte, liebe Vera, tu mir zum Abschied noch einen Gefallen: Wo auch immer ich begraben werde, geh niemals an mein Grab. Nachdem ich jetzt so lange nichts von dir gehört habe, möchte ich auch nach meinem Tod dich so in Erinnerung behalten, wie du warst, einst, an einem Sommerabend in Rom.

Beckmann

28.02.2009

Achso

Lieber Gatte,

ich schreibe Dir diesen Brief, um dir mitzuteilen, dass ich Dich jetzt entgültig verlasse. Ich war Dir sieben Jahre lang eine gute Frau und habe nie etwas davon gehabt. Die letzten Wochen waren die Hölle.

Heute hat mich nun Dein Chef angerufen, um mir zu sagen, dass Du heute gekündigt hast - das war der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte.

Letzte Woche bist Du heimgekommen und hast nicht einmal bemerkt, dass ich beim Friseur und bei der Maniküre war, Dein Lieblingsessen gekocht hatte und sogar ein nagelneues Negligee anhatte. Du bist heimgekommen, hast alles in zwei Minuten herunter geschlungen und bist sofort schlafen gegangen, nachdem Du Dir noch das Spiel angeschaut hast. Du sagst mir nicht mehr, dass Du mich liebst, Du berührst mich nicht mehr, gar nichts tust Du. Entweder gehst Du fremd, oder Du liebst mich nicht mehr, wie auch immer, ich bin jetzt weg.

P.S.: Falls Du mich suchen solltest, lass es besser bleiben. Dein BRUDER und ich ziehen zusammen nach Bielefeld. Schönes Leben noch!

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DIE ANTWORT
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Liebe Exfrau,

Nichts hätte mir mehr den Tag versüßen können, wie dein Brief. Es stimmt, wir sind nun schon seit sieben Jahren verheiratet, obwohl du ja nun wirklich alles andere als eine gute Frau warst. Ich schau' mir so viel Sport im Fernsehen an, um dein ständiges Gemotze auszublenden. Schade, dass es nicht klappt. Ich habe sehr wohl gemerkt, dass du dir letzte Woche alle Haare hast abschneiden lassen; das Erste , was mir in den Sinn kam war: "Du schaust ja aus wie ein Kerl!"

Meine Mutter hat mich dazu erzogen, lieber gar nichts zu sagen, wenn man nichts Schmeichelhaftes sagen kann. Als du "mein" Lieblingsessen gekocht hast, musst du mich wohl mit meinem BRUDER verwechselt haben? Ich esse nämlich seit sieben Jahren kein Schweinefleisch mehr. Ich bin schlafen gegangen, als du das Negligee anhattest, weil das Preisschild noch dranhing. Ich hoffte, das es nur zufall war, dass mein Bruder gerade 50,- Euro von mir geborgt hatte und das Ding 49,99 gekostet hat.

Trotz alledem habe ich dich aber immer noch geliebt und gedacht, dass sich alles zum Guten wenden würde. Als ich herausfand, dass ich 10 Millionen im Lotto gewonnen habe, habe ich gekündigt und uns zwei Tickets nach Jamaika gekauft. Aber als ich zuhause ankam warst du schon weg. Warscheinlich geschieht alles aus einem bestimmten Grund. Ich hoffe für dich, dass du nun das ausgefüllte Leben lebst, das du immer haben wolltest. Mein Anwalt meint, dass du nach dem Brief, den du geschrieben hast, keinen Cent von mir siehst. Schau halt, wo du bleibst.

P.S.: Ich weiß ja nicht, ob du's wusstest, aber mein Bruder Carl war früher eine Carla. Ich hoffe das macht dir nichts aus.

Gezeichnet, Dein Ex
(Schweinereich und frei)

13.09.2008

Der Abschiedsbrief von Sebastian B.

Wenn man weiss, dass man in seinem Leben nicht mehr Glücklich werden kann, und sich von Tag zu Tag die Gründe dafür häufen, dann bleibt einem nichts anderes übrig als aus diesem Leben zu verschwinden. Und dafür habe ich mich entschieden. Es gibt vielleicht Leute die hätten weiter gemacht, hätten sich gedacht “das wird schon”, aber das wird es nicht.

Man hat mir gesagt ich muss zur Schule gehen, um für mein leben zu lernen, um später ein schönes Leben führen zu können. Aber was bringt einem das dickste Auto, das grösste Haus, die schönste Frau, wenn es letztendlich sowieso für’n Arsch ist. Wenn deine Frau beginnt
dich zu hassen, wenn dein Auto Benzin verbraucht das du nicht zahlen kannst, und wenn du niemanden hast der dich in deinem scheiss Haus besuchen kommt!

Das einzigste was ich intensiv in der Schule beigebracht bekommen habe war, das ich ein Verlierer bin. Für die ersten jahre an der GSS stimmt das sogar, ich war der Konsumgeilheit verfallen, habe danach gestrebt Freunde zu bekommen, Menschen die dich nicht als Person, sondern als Statussymbol sehen. Aber dann bin ich aufgewacht! Ich erkannte das die Welt wie sie mir erschien nicht existiert, das sie eine Illusion war, die hauptsächlich von den Medien erzeugt wurde. Ich merkte mehr und mehr in was für einer Welt ich mich befand. Eine Welt in der Geld alles regiert, selbst in der Schule ging es nur darum. Man musste das neuste Handy haben, die neusten Klamotten, und die richtigen “Freunde”. hat man eines davon nicht ist man es nicht wert beachtet zu werden. Und diese Menschen nennt man Jocks. Jocks sind alle, die meinen aufgrund von teuren Klamotten oder schönen Mädchen an der Seite über anderen zu stehen. Ich verabscheue diese Menschen, nein, ich verabscheue Menschen.

Ich habe in den 18 Jahren meines Lebens erfahren müssen, das man nur Glücklich werden kann, wenn man sich der Masse fügt, der Gesellschaft anpasst. Aber das konnte und wollte ich nicht. Ich bin frei! Niemand darf in mein Leben eingreifen, und tut er es doch hat er die Konsequenzen zu tragen! Kein Politiker hat das Recht Gesetze zu erlassen, die mir Dinge verbieten, Kein Bulle hat das Recht mir meine Waffe wegzunehmen, schon gar nicht während er seine am Gürtel trägt.

Wozu das alles? Wozu soll ich arbeiten? Damit ich mich kaputtmaloche um mit 65 in den Ruhestand zugehen und 5 Jahre später abzukratzen?Warum soll ich mich noch anstrengen irgendetwas zu erreichen, wenn es letztendlich sowieso für’n Arsch ist weil ich früher oder später krepiere? Ich kann ein Haus bauen, Kinder bekommen und was weiss ich nicht alles. Aber wozu? Das Haus wird irgendwann abgerissen, und die Kinder sterben auch mal. Was hat denn das Leben bitte für einen Sinn? Keinen! Also muss man seinem Leben einen Sinn geben, und das mache ich nicht indem ich einem überbezahlten Chef im Arsch rumkrieche oder mich von Faschisten verarschen lasse die mir erzählen wollen wir leben in einer Volksherrschaft. Nein, es gibt für mich jetzt noch eine Möglichkeit meinem Leben einen Sinn zu geben, und die werde ich nicht wie alle anderen zuvor verschwenden! Vielleicht hätte mein Leben komplett anders verlaufen können. Aber die Gesellschaft hat nunmal keinen Platz für Individualisten. Ich meine richtige Individualisten, Leute die slebst denken, und nicht solche “Ich trage ein Nietenarmband und bin alternativ” Idioten!

Ihr habt diese Schlacht begonnen, nicht ich. Meine Handlungen sind ein Resultat eurer Welt, eine Welt die mich nicht sein lassen will wie ich bin. Ihr habt euch über mich lustig gemacht, dasselbe habe ich nun mit euch getan, ich hatte nur einen ganz anderen Humor! Von 1994 bis 2003/2004 war es auch mein Bestreben, Freunde zu haben, Spass zu haben. Als ich dann 1998 auf die GSS kam, fing es an mit den Statussymbolen, Kleidung, Freunde, Handy usw.. Dann bin ich wach geworden. Mir wurde bewusst das ich mein Leben lang der Dumme für andere war, und man sich über mich lustig machte. Und ich habe mir Rache geschworen! Diese Rache wird so brutal und rücksichtslos ausgeführt werden, dass euch das Blut in den Adern gefriert. Bevor ich gehe, werde ich euch einen Denkzettel verpassen, damit mich nie wieder ein Mensch vergisst! Ich will das ihr erkennt, das niemand das Recht hat unter einem faschistischen Deckmantel aus Gesetz und Religion in fremdes Leben einzugreifen!

Ich will das sich mein Gesicht in eure Köpfe einbrennt! Ich will nicht länger davon laufen! Ich will meinen Teil zur Revolution der Ausgestossenen beitragen!

Ich will R A C H E !

Ich habe darüber nachgedacht, dass die meisten der Schüler die mich gedemütigt haben schon von der GSS abgegangen sind. Dazu habe ich zwei Dinge zu sagen:
1. Ich ging nicht nur in eine klasse, nein, ich ging auf die ganze Schule.
Die Menschen die sich auf der Schule befinden, sind in keinem Falle unschuldig! Niemand ist das! In deren Köpfen läuft das selbe Programm welches auch bei den früheren Jahrgängen lief! Ich bin der Virus der diese Programme zerstören will, es ist völlig irrelewand wo ich da anfange.
2. Ein Grossteil meiner Rache wird sich auf das Lehrpersonal richten, denn das sind Menschen die gegen meinen Willen in mein Leben eingegriffen haben, und geholfen haben mich dahin zu stellen, wo ich jetzt stehe; Auf dem Schlachtfeld! Diese Lehrer befinden sich so gut wie alle noch auf dieser verdammten schule!

Das Leben wie es heute täglich stattfindet ist wohl das armseeligste was die Welt zu bieten hat!

S.A.A.R.T. - Schule, Ausbildung, Arbeit, Rente, Tod

Das ist der Lebenslauf eines “normalen” Menschen heutzutage. Aber was ist eigentlich normal? Als normal wird das bezeichnet, was von der Gesellschaft erwartet wird. Somit werden heutzutage Punks, Penner, Mörder, Gothics, Schwule usw. als unnormal bezeichnet, weil sie den allgemeinen Vorstellungen der Gesellschaft nicht gerecht werden, können oder wollen. Ich scheiss auf euch! Jeder hat frei zu sein! Gebt jedem eine Waffe und die Probleme unter den Menschen lösen sich ohne jedliche Einmischung Dritter. Wenn jemand stirbt, dann ist er halt tot. Und? Der Tod gehört zum Leben! Kommen die Angehörigen mit dem Verlust nicht klar, können sie Selbstmord begehen, niemand hindert sie daran!

S.A.A.R.T. beginnt mit dem 6. Lebensjahr hier in Deutschland, mit der Einschulung.

Das Kind begibt sich auf seine perönliche Sozialisationsstrecke, und wird in den darauffolgenden Jahren gezwungen sich der Allgemeinheit, der Mehrheit anzupassen. Lehnt es dies ab, schalten sich Lehrer, Eltern, und nicht zuletzt die Polizei ein. Schulpflicht ist die Schönrede von Schulzwang, denn man wird ja gezwungen zur Schule zu gehen. Wer gezwungen wird, verliert ein Stück seiner Freiheit. Man wird gezwungen Steuern zu zahlen, man wird gezwungen Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten, man wird gezwungen dies zu tun, man wird gewzungen das zu tun. Ergo: Keine Freiheit! Und sowas nennt man dann Volksherrschaft. Wenn das Volk hier herrschen würde, hiesse es Anarchie!

WERDET ENDLICH WACH - GEHT AUF DIE STRASSE - DAS HAT IN DEUTSCHLAND SCHONMAL FUNKTIONIERT!

Nach meiner Tat werden wieder irgendwelche fetten Politiker dumme Sprüche klopfen wie “Wir halten nun alle zusammen” oder “Wir müssen gemeinsam versuchen dies durchzustehen”. Doch das machen sie nur um Aufmerksmakeit zu bekommen, um sich selbst als die Lösung zu präsentieren. Auf der GSS war es genauso… niemals lässt sich dieses fette Stück Scheisse von Rektorin blicken, aber wenn Theater-aufführungen sind, dann steht sie als erste mit einem breiten Grinsen auf der Bühne und präsentiert sich der Masse!

Nazis, HipHoper, Türken, Staat, Staatsdiener, Gläubige…einfach alle sind zum kotzen und müssen vernichtet werden! (Den begriff “Türken” benutze ich für alle HipHopMuchels und Kleingangster; Sie kommen nach Deutschland weil die Bedingungen bei ihnen zu hause zu schlecht sind, weil Krieg ist… und dann kommen Sie nach Deutschland, dem Sozialamt der Welt, und lassne hier die Sau raus. Sie sollten alle vergast werden! Keine Juden, keine Neger, keine Holländer, aber Muchels! ICH BIN KEIN SCHEISS NAZI) Ich hasse euch und eure Art! Ihr müsst alle sterben!

Seit meinem 6. Lebensjahr wurde ich von euch allen verarscht! Nun müsst ihr dafür bezahlen!

Weil ich weiss das die Fascholizei meine Videos, Schulhefte, Tagebücher, einfach alles, nicht veröffentlichen will, habe ich das selbst in die Hand genommen.

Als letztes möchte ich den Menschen die mir was bedeuten, oder die jemals gut zu mir waren, danken, und mich für all dies Entschuldigen!

Ich bin weg...

Sebastian B.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,449738,00.html

05.04.2008

Recollections of My Life: Col. Mu’ummar Qaddafi, April 5, 2011


In the name of Allah,
the beneficent, the merciful..

for 40 years, or was it longer,
I can’t remember, I did all I could
to give people houses, hospitals, schools,
and when they were hungry, I gave them food,
I even made Benghazi into farmland from the desert,
I stood up to attacks from that cowboy Reagan, when
he killed my adopted orphaned daughter,
he was trying to kill me, instead he killed that poor innocent child,
then I helped my brothers and sisters from Africa
with money for the African Union, did all I could to
help people understand the concept of real democracy, where
people’s committees ran our country, but that was never enough,
as some told me, even people who had 10 room homes, new
suits and furniture, were never satisfied, as selfish as they were
they wanted more, and they told Americans and other visitors,
they needed “democracy,” and “freedom,” never realizing
it was a cut throat system, where the biggest dog eats the rest,
but they were enchanted with those words, never realizing
that in America, there was no free medicine, no free hospitals, no
free housing, no free education and no free food,except when people had to beg or go to long lines to get soup,
no, no matter what I did, it was never enough for some, but
for others,
they knew I was the son of Gamal Abdel Nasser, the
only true Arab and Muslim leader we’ve had since Salah’ a’ Deen,
when he claimed the Suez Canal for his people, as I claimed Libya, for my people,
it was his footsteps I tried to follow, to keep my people free
from colonial domination—from thieves who would steal from us—

now, I am under attack by the biggest force in military history, my little African son, Obama wants to kill me, to take away
the freedom of our country, to take away our free housing, our free medicine, our free education, our free food, and replace it
with American style thievery, called “capitalism,” but all of us
in the Third World know what that means, it means corporations run the countries, run the world, and the people suffer,
so, there is no alternative for me,
I must make my stand, and if Allah wishes, I shall die
by following his path,
the path that has made our country rich with farmland, with food and health, and even allowed us
to help our African and Arab brothers and sisters to work
here with us, in the Libyan Jammohouriyah,

I do not wish to die, but if it comes to that,
to save this land, my people, all the thousands who are all
my children, then so be it.

let this testament be my voice to the world,
that I stood up to crusader attacks of NATO, stood up to cruelty,
stood up to betrayal, stood up the West and its colonialist ambitions, and that I stood with my African brothers, my
true Arab and Muslim brothers, as a beacon of light, when
others were building castles, I lived in a modest house, and in a tent,
I never forgot my youth in Sirte,
I did not spend our national treasury foolishly,
and like Salah’a’deen, our great Muslim leader, who
rescued Jerusalem for Islam,
I took little for myself…

in the West,
some have called me “mad,” “crazy,”
but they know the truth
but continue to lie, they know that our land is independent and free, not in the colonial grip,
that my vision, my path, is,
and has been clear and for my people
and that I will fight to my last breath
to keep us free,
may Allah almighty help us to remain faithful and free
c: Col. Mu’ummar Qaddafi, 2011/04/05
Copyright Col. Mu’ummar Qaddafi